Hamed Abdel-Samad und Michael Wolffsohn
Mittwoch, 14. Oktober 2026 19:00 Uhr Eintritt 18 €
Ettersburger Gespräch With God on their Side
Hamed Abdel-Samad und Michael Wolffsohn
Moderation Bernd Hilder
Weltweit schließen autoritäre und populistische Regierungen die Reihen mit fundamentalistischen Bewegungen. In der arabisch-islamischen Welt ist dies keine neue Entwicklung. Überraschender ist, wie sehr Putins Regime, auch beim Krieg gegen die Ukraine, durch die russisch-orthodoxe Kirche unterstützt wird. Und ohne evangelikale Wähler wäre Donald Trump nicht zwei Mal ins Weiße Haus gewählt worden. Xi Jinping sichert seine Macht mit Hilfe des Konfuzianismus, Netanjahu regiert mit Unterstützung orthodoxer Abgeordneter. Im Vergleich zur Türkei, zu Russland und zu den Vereinigten Staaten mag Europa wie ein Hort der Aufklärung wirken. Aber auch hier machen Politik und antiliberale Glaubensrichtungen gemeinsame Sache...
Hamed Abdel-Samad hat sich als Religionskritiker, vor allem mit Blick auf den Islam, international einen Namen gemacht. Sein neues Buch (dtv), Grundlage des ETTERSBURGER GESPRÄCHS, ist eine zutiefst beunruhigende Bestandsaufnahme. Abdel-Samad fürchtet, dass das aufklärerische Projekt, das niemals weltweit durchgesetzt war, nämlich die Trennung von Macht und Religion, dem Ende entgegen geht. Hamed Abdel-Samad, geb. 1972 in Ägypten, studierte Sprachen und Politik. Er arbeitete für die UNESCO, am Lehrstuhl für Islamwissenschaft in Erfurt und am Institut für Jüdische Geschichte und Kultur in München, er war Mitglied der Deutschen Islam Konferenz. Wegen seiner Tabubrüche wurde 2013 eine Fatwa gegen ihn verhängt, seither lebt er unter permanentem Polizeischutz.
Professor Dr. Michael Wolffsohn ist einer der führenden Experten für die Analyse internationaler Politik und nicht zuletzt die Beziehungen zwischen Deutschen und Juden auf staatlicher, politischer, wirtschaftlicher und religiöser Ebene. Der Historiker und Publizist meldet sich regelmäßig zu wichtigen politischen, militärpolitischen, historischen und religiösen Fragestellungen zu Wort. Bei Themen wie Zukunft der Bundeswehr, Nahost und andere Weltkonflikte, deutsch-israelische Beziehungen oder Geschichte und Gegenwart des Judentums hat er sich mit präzisen Analysen und klaren Stellungnahmen einen Namen gemacht. Der 1947 in Tel Aviv geborene Sohn einer 1939 nach Palästina geflüchteten jüdischen Kaufmannsfamilie übersiedelte 1954 mit seinen Eltern nach West-Berlin. Nach Wehrdienst in Israel und Studium in Berlin, Tel Aviv und New York lehrte er als Professor für Neuere Geschichte an der Universität der Bundeswehr in München. Er hat zahlreiche Bücher, Aufsätze und Fachartikel verfasst und ist weiterhin publizistisch tätig. Zukertzt erschienen:
"Eine andere jüdische Weltgeschichte" (2022)
"Ewige Schuld? 75 Jahre deutsch-jüdisch-israelische Beziehungen" (2023)
"Nie wieder? Schon wieder! Alter und neuer Antisemitismus (2024)
"Feindliche Nähe von Juden, Christen und Muslimen" (2025)
"Genie und Gewissen. Herbert von Karajan zwischen Musik und Nationalsozialismus" (2026)
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