UNESCO-Weltkulturerbe „Klassisches Weimar“

Petra Schmidt-Schaller und Daniel Heide

Samstag, 28. November 2026 18:00 Uhr Gewehrsaal Eintritt 28 €

Lesung Denn das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang

Petra Schmidt-Schaller und Daniel Heide

Zzum 100. Todestag von Rainer Maria Rilke.

Petra Schmidt-Schaller liest Lyrik, Prosa und aus Briefen des Dichters.

Daniel Heide spielt Klavierwerke von Leoš Janácek, Claude Debussy, Gustav Mahler, Maurice Ravel, Erik Satie, Arnold Schönberg, Alexander Scriabin und Edvard Grieg

… denn da ist keine Stelle,
die dich nicht sieht. Du mußt dein Leben ändern.

Rainer Maria Rilke starb am 29. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux – wenige Tage nach seinem 51. Geburtstag. Der Dichter ist auch einhundert Jahre nach seinem Tod so gegenwärtig, wie es ein Klassiker nur sein kann. Er zählt zu den meistübersetzten deutschsprachigen Schriftsteller weltweit. Der gebürtige Prager erfuhr das Leben, als ob es mit allen seinen Möglichkeiten und all seinen Widersprüchen „mitten durch ihn durchginge". Er schuf aus dieser Grunderfahrung epochemachende Lyrik und Elegien, mit der Erzählung „Cornet“ ein Kultwerk des Fin de Siècle, mit dem "Malte Laurids Brigge" einen der großen Romane der Moderne. Rilke lebte in einer Epoche radikaler Krisen und Verwerfungen, des Aufbruchs wie der Dekadenz, und er verarbeitete seine Zeit mit einer dichterischen Intensität, die gerade angesichts existenzieller Bedrohung ihrer Wirkung entfaltet. Das Anerkennen des Wirklichen, fern von Jenseitsvertröstung oder soziale Romantik, prägte sein Weltverstehens, und er bezog sein Schaffen – ungeachtet aller stilistischen Entwicklungen, Wandlungen, Experimente – stets auf das ganze Dasein: Anfang und Ende, Liebe und Tod, Seele und Leib. Rilke wendete sich in seinem Werk beinahe unnachgiebig dem Wesentlichen, der „Unsteten Waage des Lebens“ zu; sein manchmal subtiles, manchmal wuchtiges Erfassen des Humanen bezog dessen dunkle und schmerzvollen Aspekte ein: Krankheit, Trieb, Leiden, Einsamkeit. Der Dichter des Schrecklich-Schönen! Tiefe und innige Beobachtung der Natur wie des menschlichen Gefühlslebens prägten sein Schreiben, bildeten seinen poetischen Weltinnenraum. Am Ende seines Lebens gewann seine verzweifelte und gebrochene Sehnsucht nach dem Schönen noch einmal inkommensurable Gestalt.
Empfehlung: Sandra Richters Rilke-Biografie

Text eingerichtet von Peter Krause.
Die Ettersburger Lese-Fassung stellt Rilkes Werk in den Mittelpunkt. Zu hören sind neben bekannten Gedichten aus allen Schaffensphasen und poetischen Zyklen auch der Prosa, allerdings auch Auszüge aus Briefen.
Ein Produktion von Schloss Ettersburg.

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Petra Schmidt-Schaller. Bild: Guido Werner. + 1 Bild
Petra Schmidt-Schaller. Bild: Guido Werner.

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