UNESCO-Weltkulturerbe „Klassisches Weimar“

Dirk Oschmann

So, 18.09.2022

Ettersburger Gespräch Wie sich der Westen den Osten erfindet

Dirk Oschmann

Im Gespräch mit Jan Urbich.

Zur kontinuierlich und aktuell vehement ge­führten West-Ost-De­batte zählt die Behauptung, es gebe eine spezifische „Ost-Identität“, die mitverantwortlich sei für die der­zeit rasant wachsende gesellschaftliche Spaltung. So jedenfalls kann man den im öffentlichen Raum vorherrschenden Eindruck resümieren. Allerdings ist dieser öf­fentliche Raum als ökonomischer, medialer und diskursiver Raum nicht nur komplett in westdeutscher Hand, sondern auch vollständig von westdeutschen Perspek­tiven dominiert. Was aber bedeutet es, von der Politik und großen überregio­nalen Medien, also von den öffentlichen deutschen Eliten, die natürlich nur westdeutsche Eliten sind, eine solche auferlegt zu bekommen. Nicht der „Osten“ ist zu er­klären, sondern der „Westen“, der sich an­maßt, den Osten identitätspolitisch zu interpretieren und dabei faktisch zu isolieren.

Prof. Dr. Dirk Oschmann lehrt Neuere deutsche Literatur mit einem Schwerpunkt im 17./18. Jahrhundert an der Universität Leipzig.

Dr. Jan Urbich lehrt Philosophie und Literaturwissenschaft an der Universität Leipzig.

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Dirk Oschmann.

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